Zwischen Macht und Ohnmacht – Frauen in der Bauwelt

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„Geht’s nicht `ne Nummer kleiner?“, hat mich meine Innere Kritikerin angesichts dieses Titels gefragt. „Reicht es nicht, wenn wir von Sichtbarkeit sprechen? Von Durchsetzungsfähigkeit und weiblichem Einfluss? Muss es gleich MACHT sein?“

JA. Muss es. Unbedingt. Aus einem einzigen Grund: Alles Denken und Reden über Gleichberechtigung, egal wie wir es nennen, hat ausschließlich und immer mit Macht zu tun. Darum will ich es auch so nennen.

Was verbinden wir mit Macht? Speziell in unserem Land mit seiner Geschichte? Meistens nichts Gutes. Folgende Begriffe fallen mir gleich dazu ein: Der Mächtige, der Unterdrücker, der Herrscher. Die Machtübernahme. 1933. Der mächtige Führer und sein Ermächtigungsgesetz. Die dunkle Seite der Macht.

Es fühlt sich nicht gut an. Und ist auch noch alles männlich konnotiert.

Und wie ist es mit mächtigen Frauen? Wie sieht es da aus? Es gibt sie, in jedem Fall.  Aber oft mit Beigeschmack:

Katharina de Medici – skrupellose Politikerin. Margret Thatcher – die Eiserne Lady. Kleopatra – die verführerische Intrigantin. Katharina die Große – skrupellose, sexuell ausschweifende, machtbesessene Herrscherin.

Was sehen wir also an diesen Beispielen aus der Geschichte in Bezug auf mächtige Frauen?

  • Weibliche Macht wird oft sexualisiert (die Verführerin) oder dämonisiert (Hexe, böse Königin)
  • Weibliche Macht gilt als unnatürlich und gefährlich, wenn sie sichtbar, laut und direkt ausgeübt wurde
  • Weibliche Macht wird positiv meist nur dann anerkannt, wenn sie indirekt, dienend oder still war (Mutter, Pflegerin, Muse)

Bei all diesen Vorgeschichten ist es kein Wunder, dass wir es mit dem Machtbegriff schwer haben. Macht ist irgendwie nicht o.k. und FrauenMacht ist noch schlimmer.

Dazu auch ein Klassiker: Der Machtbegriff von Max Weber¹. Bei ihm ist Macht „jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel worauf diese Chance beruht.“

¹Maximilian „Max“ Carl Emil Weber (* 21. April 1864 in Erfurt; † 14. Juni 1920 in München) war ein deutscher Soziologe und Nationalökonom.

Einmal durchatmen, und dann, liebe Leserin, die ehrlich gemeinte Frage: Möchtest Du diejenige sein – welche? Die jede Chance nutzt, den eigenen Willen auch gegen den Widerstand anderer durchzusetzen?

Die jede Chance nutzt, und z.B.

Einmal durchatmen, und dann, liebe Leserin, die ehrlich gemeinte Frage: Möchtest Du diejenige sein – welche? Die jede Chance nutzt, den eigenen Willen auch gegen den Widerstand anderer durchzusetzen?

Die jede Chance nutzt, und z.B.

  • Über die Androhung einer Kündigung ein höheres Gehalt erpresst
  • Durch Kommunikationsabbruch den Partner bestraft, weil er mal wieder nicht aufgeräumt hat
  • Die Kollegin mit Komplimenten und Schmeicheleien belohnt, damit sie Dir Arbeit abnimmt
  • Einen emotionalen Ausbruch vom Zaun bricht, um den Partner daran zu hindern abends mit Freunden auszugehen?

Nein, das willst Du vermutlich nicht. Aber angenommen, nur mal angenommen, es würde doch mal passieren … so oder ein bisschen anders … würdest Du dann sagen „Super, heute habe ich so richtig gut Macht ausgeübt!“? Eher nicht. Du nennst es nicht Machtausübung. Du nennst es

  • Kluge Verhandlungstechnik
  • Konsequenz in der Ehe
  • Freundlichkeit unter Kollegen
  • „Das muss er doch auch mal verstehen, wenn es mir mal schlecht geht“

Warum? Haben wir eben besprochen, wegen des negativen Beigeschmacks von Macht. Und da sind wir nicht allein. Ich kennen viele Frauen die Dankbarkeitstagebücher führen. Vor dem Einschlafen an Ihre Erfolge denken. Sich vorstellen, wie sie den nächsten Tag gestalten. Aber ich kenne persönlich keine einzige Frau, die abends im Bett liegt und sagt:

„Ich bin so super. Ich habe heute fünf Mal Macht ausgeübt und meinen Willen gegen das Widerstreben anderer durchgesetzt. Fünf Mal. Ich bin richtig krass. Dafür feier ich mich jetzt so richtig. “

Nein, das tun wir nicht. Denn wir wollen den negativen Aspekt von Macht nicht, den wir alle fühlen können. Wir wollen nicht zu bossy sein oder einfach über den Willen anderer hinweggehen. Gleichzeitig haben viele von uns aber auch gelernt, Macht auf andere Weise auszuüben, oft indirekt, über Weinen, Schmeicheln, Bitten. Ja, es ist ein wirklich komplexes und wichtiges Thema. Und deshalb schlage ich vor, dass wir die FrauenMacht jetzt salonfähig machen.

Wir könnten sie folgendermaßen gestalten: 

  • Autonom – nicht abgeleitet von Männern oder Rollen
  • Vielfältig – nicht auf bestimmte Eigenschaften, wie z.B. Fürsorge reduziert
  • Transformativ – fähig, die Systeme zu verändern, statt nur zu reproduzieren.

Wenn dich diese Fragen ansprechen, wenn Du dich mit anderen Frauen zu diesem Thema persönlich austauschen und Impulse finden möchtest, dann bist Du herzlich eingeladen zu einem persönlichen Treffen.

Wenn dich diese Fragen ansprechen, wenn Du dich mit anderen Frauen zu diesem Thema persönlich austauschen und Impulse finden möchtest, dann bist Du herzlich eingeladen zu einem persönlichen Treffen.

Am 07.03.2026 findet unsere Veranstaltung zum Thema „Zwischen Macht und Ohnmacht – Frauen in der Bauwelt“ in Regensburg statt.

Eine Kooperation zwischen dem BDB Bayern und mir als Referentin. Save the Date, die Details folgen. Wenn Du mir eine Mail schreibst, nehme ich Dich gerne mit in den Verteiler auf. Du kannst ab dem 10.02.26 aber auch direkt und einfach hier buchen:

Weitere Infos auch unter info@cornelia-krabbe-steggemann.de

Wir freuen uns auf Dich!

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